Kann Edelstahl rosten?

Kann Edelstahl rosten? 

Edelstahl findet man in vielen Bereichen: im Operationssaal, bei Tiernäpfen und auch in der Verkehrsindustrie sowie im Handwerk. Optisch aufpoliert, gehört Edelstahl zu den robusten und beliebten Vertretern aus der Familie der Metalle. Aber was ist eigentlich mit Rost? Nun, Edelstahl kann rosten – woran das liegt, was man gegen den Rost auf Edelstahl tun kann und wie man ihn gänzlich vermeidet, erfährst du in unserem Artikel.

Edelstahl – was ist das eigentlich?

Eisen und Kohlenstoff. Diese beiden Zutaten werden benötigt, um Edelstahl zu erhalten. Der Rest an Material, der sich im Stahl selbst befindet, muss entsprechend herausgelöst werden. Aluminium, Phosphor, Schwefel oder Silizium werden so weit reduziert, bis ein entsprechender Reinheitsgrad erreicht wird. 0,025 Prozent an Schwefel zum Beispiel darf am Ende des Prozesses nur noch im Edelstahl enthalten sein.

Das gereinigte Metall, der edle Stahl, der kann am Ende des Herstellungsprozesses noch mit einer Legierung verstehen werden. Vorn weg: Chrom. Mit Chrom beschichteter Edelstahl ist nicht nur optisch deutlich aufpoliert, er wird zudem noch rostfrei. Grund: auf der Oberfläche von chromlegiertem Edelstahl bildet sich eine hauchdünne unsichtbare Schutzschicht aus Chromoxid. Dieser verhindert eine Korrosion. Mit Nickel legiert, kann der Edelstahl vielfach besser gegen Laugen und Säuren geschützt werden. 

 

edelstahl-herstellung

 

Nice to know: Der „Stainless Steel“, der bekanntermaßen oft für Alltagsgegenstände verwendet wird, besitzt eine Chrom-Nickel-Stahl-Legierung. Dieser rostet nicht.

 

Eigenschaften von Edelstahl

Edelstahl ist beliebt, seine Langlebigkeit zahlt sich aus. Zudem besitzt er eine spezifische Härte, man kann ihn ausgezeichnet bearbeiten (Schweißen) und damit reparieren oder auch ergänzen. Er hält hohen Temperaturschwankungen stand und dies kann man als wetterfest bezeichnen. Keime? Fehlanzeige – er ist hochwirksam, Keim resistent. Die verschiedenen Legierungen ermöglichen eine breite Palette der verschiedenen rostarmen bis rostfreien Verhalten und Edelstahl hält hohen Zugkräften souverän stand. 

 

Verschiedene Arten von Edelstahl

Die verschiedenen Arten von Edelstahl setzen sich aus den verschiedenen Legierungen zusammen. Der prozentuale Anteil der Materialien entscheidet über die Beschaffenheit des Edelstahls und entscheidet damit auch, wie robust der Edelstahl am Ende ist. Der AISI, das „amerikanische Eisen und Stahl Institut“ klassifiziert die Sorten des Stahls so: 

Austenitische Edelstähle

Darunter fallen Chrom-Nickel-Molybdän-Stahl und Chrom-Nickel-Stahl. Diese sind ausgesprochen korrosionsbeständig, leicht zu verarbeiten, haben ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, sind schweiß-beständig und ausreichend säurebeständig. Sie sind die am weitesten vertriebenen Edelstahlsorten, die auch bei Kratzern weitestgehend erosionsresistent sind. 

Sorten: AISI 304, 304, 304L, 305

 

Duplex-Edelstahl

Duplex-Edelstahl unter anderem hat einen Chromanteil zwischen 19,5-33 Prozent und einen Nickelanteil von 1–9 Prozent. Dieser Stahl kann besonders gut geschweißt werden, da er eine geringe Wärmeausdehnung vorweisen kann. Er ist robust bei Lochfraßkorrosion und hat eine geringe Spannungsrisskorrosion. Zudem ist er beständig gegen Schwingungsrisskorrosion. Ein sehr hochwertiger, dafür auch wertvoller Edelstahl.

Martensitischer Edelstahl

Hier liegt der Anteil des verwendeten Chrom zwischen 10,5-13 Prozent. Anteilig weitere Stoffe. Er ist schweißbar und verhärtet durch dieses thermische Verfahren. Dafür ist er anfällig bei Chlor und Chemie. Er besitzt lediglich eine mittlere Beständigkeit bei Korrosion, benötigt also eine saubere Umgebung, die frei von Chemikalien ist. 

Sorten: AISI 410, 416, 420, 431

 

Ferritischer Edelstahl

Bei dem ferritischen Edelstahl liegt der Anteil von Nickel bei unter 1 %, Chromanteile hingegeben bewegen sich zwischen 12 und 19 Prozent. Dieser Edelstahl ist leicht verformbar, aber korrosionsbeständig. Thermisch lässt er sich nicht härten, wenn er kalt verfestigt wird, ist er aber chlorrestistent.

Sorten: AISI 430, 434, 444

 

Nice to know: Damit ein Edelstahl als nicht-rostend beschrieben werden kann, muss der Anteil Chrom mindestens 12 Prozent betragen. Nickel und Molybdän als Legierung hinzugenommen, erhöht die Korrosionsbeständigkeit.

  

Verarbeitung von Edelstahl

Die Verarbeitung von Edelstahl ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die eine sorgfältige Planung und hochwertige Werkzeuge erfordert. Hier sind die grundlegenden Schritte der Verarbeitung:

Zuschnitt:
Edelstahl wird in der Regel in Platten oder Bändern geliefert. Der erste Schritt besteht darin, das Material in die gewünschten Formate oder Größen zu schneiden.

Kantung:
Nach dem Zuschnitt müssen die Kanten des Edelstahls gekantet werden, um die gewünschte Form zu erhalten. Diese Kanten müssen sorgfältig bearbeitet werden, um eine glatte Oberfläche und die richtigen Winkel zu gewährleisten.

Schweißen:
Bei Bedarf werden die Edelstahlteile durch Schweißen miteinander verbunden. Dabei ist es entscheidend, hochwertige Schweißwerkzeuge und -techniken zu verwenden, um eine starke und dauerhafte Verbindung zu gewährleisten.

Oberflächenbehandlung:
Edelstahl kann verschiedene Oberflächenbehandlungen erhalten, darunter das Polieren, um eine glänzende Oberfläche zu erzielen, oder das Bürsten, um eine matte Oberfläche zu erzeugen.

 

Kann Edelstahl rosten?

Ja, auch Edelstahl kann rosten. Selbst „Stainless Steel“ kann unter Umständen rosten. Das passiert immer dann, wenn die Qualität minderwertig ist oder der Edelstahl unsachgemäß eingesetzt wird. Bei einer Chrom-Legierung kann das also geschehen, wenn die Chromoxid-Schicht beschädigt wird. Da dies auch beim Schweißen oder Schleifen passieren kann, ist unter Umständen darauf zu achten, dass die entsprechenden Stellen nachbehandelt werden.

Nice to know: Eine Korrosion kann auch stattfinden, wenn der Edelstahl mit einem Carbonstahl oder ähnlich niederem Stahl in Berührung kommt. Bleiben diese Teilchen an dem Edelstahl heften, werden sie rosten und entsprechende Stippen werden sich bilden. Das gilt in der Verarbeitung als auch bei Werkzeugen, die mit dem Edelstahl in Verbindung kommen (zum Beispiel durch das Anschrauben).

 

Jetzt wollen wir uns auf die Probleme konzentrieren, die durch schmutzige Kantwerkzeuge entstehen können. Schmutzige Kantwerkzeuge sind solche, die nicht ausreichend gereinigt oder gewartet wurden und daher Verunreinigungen aufweisen. Dies kann verschiedene Ursachen haben, wie etwa Rückstände von anderen Materialien oder Verschleiß von Werkzeugen.

Die Verwendung schmutziger Kantwerkzeuge kann mehrere negative Auswirkungen haben:

Verunreinigungen: Wenn schmutzige Werkzeuge verwendet werden, können Verunreinigungen auf die Oberfläche des Edelstahls übertragen werden. Dies führt zu unschönen Flecken und beeinträchtigt die Qualität des Endprodukts.

Um diese Probleme zu vermeiden, ist es entscheidend, die Kantwerkzeuge regelmäßig zu reinigen und zu warten. Es sollten nur Werkzeuge verwendet werden, die für die Verarbeitung von Edelstahl geeignet sind und keine Verunreinigungen aufweisen. Die Investition in hochwertige und geeignete Werkzeuge lohnt sich, da sie die Qualität der Endprodukte verbessert und die Lebensdauer der Werkzeuge selbst verlängert.

 

Rostiger Edelstahl – wie kann man das verhindern?

So robust der Edelstahl auch ist, ein wenig Achtsamkeit ist auch hier gefragt. Werkzeuge sollten vor der Verarbeitung gereinigt werden und bei der Verarbeitung von Edelstahl ist auf ein gewisses Maß an Sauberkeit zu achten, damit der Edelstahl nicht rostet. Der Transport und auch die Lagerung können hier ebenfalls eine wichtige Rolle einnehmen. Er kann auch mit entsprechenden Mitteln gereinigt und gepflegt werden.

Der Edelstahl sollte auch nur in wettergeschützten Räumen gelagert und/oder bearbeitet werden. Dies dient ebenfalls dem Korrosionsschutz. Wasser und auch Kondenswasser können bei dem Edelstahl ein Rosten bewirken. Gleiches gilt für Laugen und Säuren – diese sollten ebenfalls nicht mit dem Edelstahl in Berührung kommen. Chemische Reaktionen sind also nie ganz ausgeschlossen. Was ebenfalls helfen kann, den Edelstahl vor Rost zu schützen ist, ihn mit Folien oder Kartonagen vor Staub und Wasser zu schützen. 

Edelstahl von Rost befreien

Edelstahl entrosten ist nicht so ganz einfach und lässt sich am ehesten mit chemischen Ansätzen lösen. Ein Abschleifen oder Ähnliches würde nur noch mehr der Schutzschicht zerstören. Ein Rostumwandler ist hier die beste Wahl. Dafür gibt es gesonderte Produkte, die sich gut mit Edelstahl „vertragen“. Anschließend kann ein Schutzmittel aufgetragen werden – hier ist wieder auf eine äußere Sauberkeit (vor Schmutz, Staub, Fremdstoffen) zu achten. 

Wofür Edelstahl genutzt wird

Tiernäpfe, Operationsbesteck, Schrauben: Edelstahl wird beinahe überall eingesetzt, wo besonders viele Keime und Bakterien leben. Da Edelstahl durch einen hohen Chromanteil zu einer hygienischen Oberfläche wird, wird die Pflege dieser Utensilien deutlich vereinfacht. Werkzeuge und Zubehör in der Industrie profitieren hingegen von der Haltbarkeit dieses veredelten Stahls. Edelstähle können daher, mit der passenden Legierung, auch im Schiffsbau eingesetzt werden – trotz Salzwasser.

 

Fazit

Edelstahl finden wir beinahe überall – was nicht automatisch bedeutet, dass er auch rostfrei ist. Das berühmte „Stainless Steel“, der nicht rostende Edelstahl, benötigt eine Chrom-Nickel-Legierung, damit er auch rostfrei bleibt. Was kein Edelstahl mag, ist Stahl. Hier kommt es zu einer Reaktion. Am besten wird Edelstahl mit einem chemischen Rostentferner gereinigt, da Abschleifen oder Ähnliches die Legierung des Edelstahls nur beschädigt. Und auch beim Verarbeiten sollte darauf geachtet werden, dass der Edelstahl am Ende des Prozesses eine Schutzschicht zur Versiegelung erhält.

 

FAQ

Ist Edelstahl magnetisch?

Nicht jeder Edelstahl ist magnetisch – je nach Legierung und Eigenschaft kann er magnetisch sein, sofern der Anteil Eisen hoch ausfällt. Die magnetische Eigenschaft des Edelstahls sagt jedoch nichts über seine Qualität aus – es liegt vielmehr an der Sorte des Edelstahls.

Kann Edelstahl rosten?

Ja, Edelstahl kann rosten. Das ist besonders der Fall, wenn die Legierung des Edelstahls nicht zu der Umgebung passt, in der er verarbeitet oder gelagert wird. Auch hier kommt es wieder auf die Art Legierung an. Hoher Chromanteil mit Nickel sorgt für den „Stainless Steel“-Effekt, den wir zum Beispiel auf Küchenmessern oder Werkzeugen sowie Schrauben und Ähnliches finden.

Worin unterscheidet sich Edelstahl?

Edelstahl wird in Gruppen eingeteilt: Ferritischer Edelstahl, Austenitischer Edelstahl und Martensitischer Edelstahl. Alle drei haben verschiedene Anteile von Chrom, Nickel. Kohlenstoff und weitere, die in den verschiedenen Gebieten zum Einsatz kommen: vom Operationssaal bis zum Schiffsbau.

 Stahlwinkel mit Rost

 

Jetzt wollen wir uns auf die Probleme konzentrieren, die durch schmutzige Kantwerkzeuge entstehen können. Schmutzige Kantwerkzeuge sind solche, die nicht ausreichend gereinigt oder gewartet wurden und daher Verunreinigungen aufweisen. Dies kann verschiedene Ursachen haben, wie etwa Rückstände von anderen Materialien oder Verschleiß von Werkzeugen.

Die Verwendung schmutziger Kantwerkzeuge kann mehrere negative Auswirkungen haben:

  1. Verunreinigungen: Wenn schmutzige Werkzeuge verwendet werden, können Verunreinigungen auf die Oberfläche des Edelstahls übertragen werden. Dies führt zu unschönen Flecken und beeinträchtigt die ästhetische Qualität des Endprodukts.

  2. Rostanfälligkeit: Edelstahl ist zwar rostbeständig, aber schmutzige Kantwerkzeuge können die Schutzschicht auf der Oberfläche beschädigen und somit die Rostanfälligkeit erhöhen.

  3. Schwache Kanten: Schmutzige Kantwerkzeuge können ungleichmäßige Schnitte und unregelmäßige Kanten verursachen. Dies kann dazu führen, dass die Teile nicht ordnungsgemäß zusammenpassen oder dass die Endprodukte strukturelle Schwächen aufweisen.

  4. Kontaminationsrisiko: Besonders in Umgebungen, in denen hygienische Standards wichtig sind, wie beispielsweise in der Lebensmittel- oder pharmazeutischen Industrie, kann die Verwendung schmutziger Kantwerkzeuge zu Kontaminationsproblemen führen.

Um diese Probleme zu vermeiden, ist es entscheidend, die Kantwerkzeuge regelmäßig zu reinigen und zu warten. Es sollten nur Werkzeuge verwendet werden, die für die Verarbeitung von Edelstahl geeignet sind und keine Verunreinigungen aufweisen. Die Investition in hochwertige und geeignete Werkzeuge lohnt sich, da sie die Qualität der Endprodukte verbessert und die Lebensdauer der Werkzeuge selbst verlängert.

Abschließend ist die Verarbeitung von Edelstahl ein komplexer Prozess, der sorgfältige Planung, hochwertige Werkzeuge und Fachwissen erfordert. Die Verwendung schmutziger Kantwerkzeuge kann zu einer Vielzahl von Problemen führen, die die Qualität der Endprodukte beeinträchtigen und zusätzliche Kosten verursachen können. Daher ist es unerlässlich, auf eine saubere und angemessene Werkzeugwartung zu achten, um die Vorteile dieses beeindruckenden Materials voll auszuschöpfen.


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