Airlineschienen für die Feuerwehr-Ausbildung | TFA Hamburg

Kundenprojekt

Wenn Airlineschienen den Ernstfall proben

Die meisten unserer Projekte drehen sich um Campervans, Dachträger und Ladungssicherung. Dieses hier dreht sich um etwas anderes: um die Ausbildung von Feuerwehrleuten für den Ernstfall – und um Situationen, in denen jede Sekunde zählt. Wir durften das TFA-Team Hamburg mit Material für seinen Auftritt auf der Interschutz unterstützen. Was daraus wurde, hat uns wirklich beeindruckt.

Feuerwehrmann unter Atemschutz kämpft sich durch ein Übungshindernis mit AirlineschienenFoto: Benjamin Ebrecht
Wer dahintersteckt

Das TFA-Team Hamburg

Das TFA-Team Hamburg ist eine Sparte der Betriebssportgemeinschaft der Feuerwehr Hamburg – ein vollständig ehrenamtlich arbeitender Verein, der Einsatzkräfte für körperlich und mental fordernde Situationen fit macht. Und zwar nicht nur sportlich, sondern auch fachlich.

Der Kern ihrer Arbeit: In selbst gebauten Trainingsparcours werden Einsatzkräfte unter Atemschutz mit Extremsituationen konfrontiert. Decken stürzen ein und verschütten Kameraden, Trupps verheddern sich in Kabeln und müssen sich befreien. So schult das Team Stressresilienz und zeigt zugleich mögliche Rettungswege auf.

Ausgezeichnet

Für dieses Ausbildungskonzept wurde das Team mit dem Ehrenamts-Förderpreis „Helfende Hand" des Bundesministeriums des Innern ausgezeichnet – eine der wichtigsten Auszeichnungen für ehrenamtliches Engagement im Bevölkerungsschutz.

Unser Beitrag

Was wir beigesteuert haben

Als das Team bei uns anfragte, war die Sache schnell klar: Da sind wir dabei. Damit sich die Hindernisse flexibel aufbauen und die Ausrüstung beim Transport sicher zurren lässt, ging folgendes Material nach Hamburg:

Die schwarzen Halbrund-Schienen bilden das Rückgrat im Inneren der Hindernisse. An den Double Stud Fittings mit großem Ring hängen Seile, Netze und Gurte – so wird aus einer freien Wand in Sekunden eine „Kabelfalle", ganz ohne neue Bohrlöcher. Die Schraubfittinge mit Sterngriff liefern die Fixpunkte, die sich ohne Werkzeug versetzen lassen. Genau die Flexibilität, die ein modularer Trainingsparcours braucht. Ähnliche Aufbauten – nur eben fürs Fahrzeug – findest du in unseren Kundenprojekten.

Vom Entwurf zum Hindernis

In Eigenregie gebaut – Schritt für Schritt

Mit dem Material im Gepäck ging es an den Bau. Jedes Hindernis entsteht zuerst als 3D-Entwurf am Rechner und dann komplett in Handarbeit aus Holz – modular steckbar, damit sich die Szenarien immer wieder neu kombinieren lassen. Ein paar Eindrücke aus der Werkstatt:

3D-Entwurf des Trainingshindernisses am RechnerFoto: Benjamin Ebrecht
Die PlanungJedes Element wird digital entworfen, bevor der erste Schnitt fällt.
Rohbau des Holzhindernisses auf der WerkbankFoto: Benjamin Ebrecht
Der RohbauKiste für Kiste entsteht aus Sperrholz und Kantholz – verschraubt statt geleimt, damit sich alles zerlegen lässt.
Gestapelte Holzmodule des ÜbungsparcoursFoto: Benjamin Ebrecht
Die ModuleÜbereinandergestapelt wird aus einzelnen Kisten ein mehrstöckiger, begehbarer Parcours.
Werkstattaufbau mit SchleifkorbtrageFoto: Benjamin Ebrecht
Die AusstattungEchte Rettungsmittel wie die Schleifkorbtrage machen aus Holzkisten glaubwürdige Einsatzlagen.
Was gebaut wurde

Drei Stationen, drei reale Unfälle

Aus Kisten, Tunneln und Leitern wird am Ende ein kompletter Übungsparcours. Und der ist nicht ausgedacht: Jede Station bildet einen realen Unfall nach – Situationen, in denen Einsatzkräfte verletzt oder getötet wurden.

Einsatzkraft im Kabel- und Sperrbalken-Hindernis aus AirlineschienenFoto: Benjamin Ebrecht
Übungshindernis mit Netzen und Airlineschienen des TFA-Team HamburgFoto: Benjamin Ebrecht

Enge Kriechtunnel & Kabelfallen

Unter Atemschutz durch verwinkelte Holzkisten, in denen Stahlseile, Netze und Kabel gespannt sind – genau die Situation, in der sich ein Trupp im verrauchten Gebäude verfängt.

Einsturz-Simulation

Klappbare Decken und verkeilte Bretter stellen den Moment nach, in dem eine Konstruktion nachgibt und eine Einsatzkraft verschüttet. Jetzt heißt es: ruhig bleiben und den Kameraden strukturiert befreien.

Der „Denver Drill"

Eine über eine Leiter erreichbare, hoch gelegene Fensteröffnung, durch die eine voll ausgerüstete Person geborgen werden muss. Eine der härtesten Rettungsübungen überhaupt – warum, steht gleich unten.

Hintergrund

Der Denver Drill – und warum er so heißt

Auf einem der Hindernisse steht groß „DENVER DRILL". Kein zufälliger Name, sondern eine der bekanntesten Rettungsübungen der Feuerwehrwelt – und sie geht auf einen realen, tragischen Einsatz zurück.

Denver-Drill-Station beim TFA-Team Hamburg auf der InterschutzFoto: Benjamin Ebrecht
Denver, 28. September 1992

Die Geschichte von Mark Langvardt

Bei einem Brand in einem zweistöckigen Gewerbegebäude wurde der Feuerwehrmann Mark Langvardt nach einem Deckeneinsturz von seinem Trupp getrennt. Er saß in einem sehr engen Raum fest, dessen einziger Ausgang ein schmales, hoch gelegenes Fenster war. Seine Kameraden kämpften fast eine Stunde – vergeblich.

Aus dieser Tragödie entstand der Denver Drill: Zwei Retter müssen eine bewusstlose, voll ausgerüstete Einsatzkraft aus einem beengten Raum durch ein hoch sitzendes Fenster befreien. Die Übung gilt als eine der körperlich anspruchsvollsten im Atemschutznotfall und wird bis heute weltweit trainiert.

Warum das wichtig ist

Wer den Denver Drill einmal gemacht hat, versteht sofort, warum: Der Kamerad liegt direkt vor dir – und trotzdem bekommst du ihn kaum heraus. Genau dieses Gefühl, und die richtige Technik, um es zu überwinden, vermittelt das TFA-Team an seinem Stand.

Auf der Interschutz

Ein Stand, der nie leer war

Die Interschutz in Hannover ist die internationale Leitmesse für Feuerwehr, Rettung, Zivil- und Katastrophenschutz. Sie spricht offiziell von rund 140.000 Besuchern – und das hat das Team an seinem stark frequentierten Stand deutlich gespürt.

~140.000
Besucher auf der Messe
~250
Teilnehmer an den Übungen
3
verschiedene Übungsszenarien
100–200
Zuschauer pro Durchgang

Ausgebildet wurde vor allem in mentaler Stressresilienz und Patientenrettung – und das Feedback war durchweg phänomenal, egal ob von Teilnehmern, Zuschauern oder Fachbesuchern. In vielen Gesprächen über Bau und Konstruktion wurde eines klar: Ähnliche Hindernisse werden künftig in weiteren Feuerwehren stehen. Ein echter Gewinn für die Ausbildung und Sicherheit von Einsatzkräften.

Impressionen

Übung unter Atemschutz

Voll ausgerüstet, oft in völliger Dunkelheit und auf engstem Raum – so sah es an den Stationen aus, wenn es ernst wurde.

Wie es weitergeht

Das nächste große Projekt läuft schon

Direkt im Anschluss an die Messe hat das TFA-Team sein nächstes Vorhaben gestartet: den Aufbau eines eigenen Ausbildungszentrums in Hamburg. Ehrenamtlich getragen, mit dem Ziel, noch mehr Feuerwehren aus ganz Deutschland das Ausbildungskonzept im Atemschutz und der Rettung eigener Einsatzkräfte zu vermitteln.

Wir sind stolz, einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben – und drücken für das Ausbildungszentrum fest die Daumen.

Nicht das erste Mal

Airlineschienen im Einsatz bei Profis

Ob Trainingsparcours, Ausrüstung oder Fahrzeugtechnik – das Airlineschienensystem taucht bei Einsatzkräften immer wieder auf. Ein Beispiel aus einer ganz anderen Ecke:

Modularer Notsitz auf der Ladefläche eines ATV mit Airlineschienen befestigt
Projekt 168

Modularer Notsitz auf dem ATV

Auf der Ladefläche eines ATV entstand ein voll abnehmbarer Notsitz: eckige Airlineschienen als tragende Basis, darauf eine Trägerplatte mit Sitzschale. Über vier Adapterfittinge ist der Sitz in Sekunden montiert oder entfernt – wird er nicht gebraucht, bleibt die Ladefläche komplett frei.

Projekt ansehen →
Dein Projekt hier
Dein Projekt

Als Nächstes: euer Aufbau

Feuerwehr, Hilfsorganisation oder Behörde mit einem Projekt im Kopf? Ob Trainingsaufbau, Fahrzeugtechnik oder Ausrüstung – erzählt uns davon. Vielleicht steht euer Aufbau hier schon bald als nächstes Beispiel, so wie das ATV-Projekt nebenan.

Idee einreichen →
Für Feuerwehren, Vereine & Behörden

Ihr plant etwas Ähnliches? So unterstützen wir.

Wir arbeiten regelmäßig mit Feuerwehren, Hilfsorganisationen und öffentlichen Einrichtungen zusammen – vom einzelnen Trainingsaufbau bis zur Fahrzeugtechnik. Das bringen wir mit:

Spendenquittung

Für gemeinnützige Vereine und Fördervereine stellen wir eine Zuwendungsbestätigung über den Warenwert aus.

Unterstützung im Einzelfall

Ausgewählte ehrenamtliche Projekte begleiten wir nach Absprache mit einer Materialspende – im Rahmen unserer Möglichkeiten.

Passendes Zubehör

Schienen, Fittinge und Endkappen – einzeln kombinierbar für genau euren Aufbau.

Technische Beratung

Von der Skizze bis zur fertigen Teileliste: Wir helfen bei der Auswahl von Schienen, Fittingen und Befestigung.

Schnell lieferbar

Standardware ab Lager, damit euer Projekt nicht am Material hängt.

Erfahrung mit Einsatztechnik

Ob Belastung, Vibration oder Offroad – wir kennen die Anforderungen an Ladungssicherung und Aufbauten im Nutzfahrzeug.

Projekt anfragen → Oder direkt anrufen – alle Kontaktwege stehen unten.
Persönlicher Service

Eigenes Projekt geplant? Sprich mit uns – nicht mit einem Chatbot 🤖.

Ob Ausbildungshindernis, Werkstattausbau oder Fahrzeugprojekt: Wir sind ein kleines Team aus Berlin, das Airlineschienen seit über 10 Jahren baut und verkauft. Wenn du dir unsicher bist, welche Teile du brauchst — ruf an, schreib uns oder schick uns ein Foto per WhatsApp. Wir melden uns meist am selben Tag.

9–17 Uhr machen andere. Wir sind fast immer für dich da — nur nachts, da schlafen wir auch mal.


Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen

Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.